Verlängerung der Zeil

Die Zeil ist eine der frequentiertesten und umsatzstärksten Fußgängerstraßen Deutschlands und damit Sinnbild für Urbanität. Sie hat überregionale Ausstrahlungskraft und kann im Grunde nicht lang genug sein. Eine Verlängerung der Zeil wäre demzufolge eine Möglichkeit Frankfurt urbaner zu machen.
Als perfekter Endpunkt im Osten böte sich der Zoo mit seinem mondänen Gesellschaftshaus an. Ein schwerwiegendes Hindernis ist jedoch die fußläufige Querung der Konrad Adenauer Straße an der Konstabler Wache. Sie würgt massiv die Menschenströme ab und vermindert so die Wirtschaftlichkeit der Ost-Zeil. Momentan liegt sie unterhalb der Schwelle, ab der es für Investoren interessant ist, sie weiter zu entwickeln.

Die Fortführung der Fußgängerzone über die Konrad Adenauer Straße hinaus und die Gestaltung der Straße im Stil der Zeil bis zum Zoo, würde jene Entwicklung auslösen, von der der gesamte Bereich zwischen der Seiler- und Bethmannstraße profitieren würde. Die Passanten könnten ungebremst in die Ost-Zeil gelangen und von dort in die angrenzenden Gebiete. Die Zeil würde als Brücken fungieren, welche den durch die Konrad Adenauer Straße abgeschnitten Ostteil des Stadtzentrums mit dem größeren Westteil verbindet. Dazu müsste die Konrad Adenauer Straße unterführt werden. Sinnigerweise auf der gesamten Breite der Konstabler Wache, die dann endlich auch über eine Ostseite verfügt. Der Platz würde an Aufenthaltsqualität gewinnen, da er nun von vier Seiten bespielbar wäre.

Nach Westen besteht mit der Alten Oper bereits ein prägnanter Endpunkt. Nach Süden jedoch könnte noch sehr viel für Frankfurt gewonnen werden. Verlängert man die Fußgängerzone, die an der Hauptwache über den Roßmarkt und Friedensstraße sanft nach Südwesten verlaufen würde, zur Nizza-Anlage, so wäre das Frankfurts Öffnung zum Main schlechthin. Auch derjenige, der einzig zum Einkaufen nach Frankfurt kommt, würde dadurch mit dem Main und auch mit den Hochhäusern in Verbindung kommen. Wo gibt’s das sonst noch, dass man zwischen Hochhäusern flaniert und sich zum Ausruhen an ein Flussufer setzen kann? Frankfurt gewänne ein weiteres Alleinstellungsmerkmal und eine weitere Facette, die es liebenswert machen würde.

Damit diese Entwicklung ausgelöst wird bedarf es einer Neugestaltung der Untermainanlage ( besser noch der kompletten Wallanlagen), einer Verlegung der Oper aus der Wallanlage heraus ( zum Beispiel in das gewünschte Entertainment-Center, womit auch dessen kulturelle Anker-Funktion erfüllt wäre) und der Verwandlung der Friedensstraße und dem Roßmarkt in einen Fußgängerbereich (siehe dazu den Artikel zur Verlängerten Edelmeile Goethestraße - Steinstraße - Kornmarkt).

Dies würde den gesamten Bereich in mehrfacher Hinsicht aufwerten. Neben der Erfüllung des großen Ziels Frankfurt an den Main zu holen, würden sämtliche Geschäfte in dem Gebiet eine Heraufstufung ihrer Lage erfahren und sich vermehrter Laufkundschaft erfreuen. Auch die Verknüpfung zwischen Innenstadt und Altstadt wäre in Kombination mit der Verlängerung des Tunnels unter die Berliner Straße vollzogen. Wallanlagen, Mainanlagen, Bankenviertel, Altstadt und Innenstadt würden sich gegenseitig aufwerten und beleben. Auf dem Grundstück der architektonisch wenig ansprechenden Oper würde ein neuralgischer Punkt entstehen. Dort würden Zeil, Bankenviertel, und Wallanlagen in höchst spannender Weise aufeinandertreffen. Zwei Hochhäuser von 140m und 120m höhe könnten stattdessen auf die dann auf die übliche Wallanlagen-Bebauungsbreite reduzierte Fläche gebaut werden können, welche das Projekt teilfinanzieren würden. Die beiden Hochhäuser wären die logische Fortführung der von Norden kommenden Aufreihung von Hochhäusern entlang der Neuen Mainzer Straße, die mit dem National-Hochhaus an der Untermainbrücke ihren Endpunkt findet. Kaskadenartig würden sich hinter dem 70m hohen National-Hochhaus die beiden neuen 120m und 135m Hochhäuser aufreihen, auf die dann der 142m hohen Eurotower folgt. Zwischen den beiden neuen Hochhäusern würde torähnlich die von der Zeil kommende Fußgängerzone in den Wallanlagen münden und dort unter der Untermainkai-Straße hindurch auf den Main treffen.

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